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Bericht zur Generalversammlung 2006 Vielseitige Traktanden und interessantes Rahmenprogramm Rund ein Fünftel der 600 Mitglieder trafen am 16. März sich im Surbersaal des Alterszentrum Grampen zur diesjährigen Generalversammlung. Neben den offiziellen Traktanden gab es ein akustisches Intermezzo vom gemischten Bülacher Chor, sowie einen Vortrag zur Bedeutung von Archiven über die schweizerische Frauenbewegung durch die Historikerin Verena Müller. Von zukunftsweisender Bedeutung war die Abstimmung über eine Fusion mit dem Verein Sinnvolle Freizeit Bülach
Sichtlich zufrieden konnte die Präsidentin Vreni Wirth auf ein aktives und erfolgreiches Jahr zurückblicken. Durch die Verjüngung des Vorstands an der letzten GV mit Frauke Böni als Brockileiterin und Judith Bettschart als Aktuarin gab es frischen Wind in der Vorstandsarbeit und viele neue Impulse für die Zukunftspläne des ältesten Bülacher Vereins.
Bächtelenpreis Stolz präsentierte Vreni Wirth die Urkunde zum Bächtelenpreis, den der Gemeinnützige Frauenverein im November 2005 von der Bülacher FDP verliehen bekommen hat. Der Bächtelenpreis ist eine Anerkennung für ausserordentliche, freiwillige Arbeit im Dienst der Öffentlichkeit, die mit dem Preis verbundene Spende in der Höhe von 1000.- Sfr. kam natürlich einer guten Sache zu Gute. Die Präsidentin zeigte sich sehr erfreut, dass die Gemeinnützige Arbeit des Frauenvereins allseits registriert und geschätzt wird und gab die Anerkennung an die anwesenden Frauen weiter. Aktive Arbeitsgruppen Auch wenn viele gemeinnützige Aufgaben in den letzen Jahren institutionalisiert worden sind, die Aktivgruppen des Frauenvereins blieben vielen ihrer langjährig geschätzten Aufgaben weiterhin treu, passen sich aber auch den wandelnden Bedürfnissen an. Die Betreuung von Bewohnern des Alterszentrum Rössligasse, Ferien mit Invaliden, regelmässige Besuche im Sechtbachhaus, Kinderhütedienst, Caféstube am Weihnachtsmarkt, Verpflegung bei vereinsinternen Anlässen und bei den Blutspendeaktionen gehören weiterhin zu den traditionellen Aufgaben. Zu den neueren Aktivitäten gehören das gemeinsame Wandern in den Schweizer Bergen oder der gemeinsame Besuch eines Museums oder einer Ausstellung mit spezieller Führung. Brockileiterin Frauke Böni war mit ihrem ersten Amtsjahr zufrieden. Dank dem enormen Engagement der rund 100 Brockifrauen wurden wieder über 120'000 Sfr. erwirtschaftet, die vornehmlich an soziale Institutionen, Vereine und Institutionen in Bülach verteilt werden konnten. Fusion mit Verein Sinnvolle Freizeit Bülach Unter Anträge der Mitglieder gab es diesmal ein wichtiges, zukunftorientiertes Traktandum. Judith Bettschart, jetzige Aktuarin des Frauenvereins und amtierende Präsidentin des seit 1959 existierenden Vereins Sinnvolle Freizeit Bülach stellte den Antrag für eine Aufnahme ihres Vereins in den Frauenverein. Der Verein Sinnvolle Freizeit fördert handwerkliche und künstlerische Aktivitäten bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Dazu stellt er Kursräume zur Verfügung, führt vielfältige, kostengünstige Kurse für alle Alterstufen durch und betreibt eine Holzwerkstatt unter fachkundiger Leitung. Der Verein besteht aus ca. 100 Mitgliedern und weist eine gesunde Finanzstruktur mit einer guten Kapitalbasis auf. Die Mitglieder des Frauenvereins wurden im Vorfeld über diesen Antrag informiert und liessen sich von den möglichen Synergien überzeugen. Sie stimmten der Fusion mehrheitlich zu, wodurch der Frauenverein eine neue, grosse Aktivgruppe erhält, die dem Frauenverein auch neue Möglichkeiten eröffnet vermehrt wieder aktive Mitglieder zu gewinnen Geschichte der Frauenbewegung Historikerin Verena Müller sorgte mit ihrem Vortrag zum Thema „Die Bedeutung des Archivs der Schweizerischen Frauenbewegung – die Gosteli-Stiftung“ für eine unterhaltsame aber auch informative Unterbrechung auf der Traktandenliste. Diese Stiftung wurde vor 20 Jahren durch Martha Gosteli gegründet, eine Bauerntochter aus dem Kanton Bern, inzwischen mit dem Ehrendoktor der Universität Bern ausgezeichnet. Im Archiv findet man Archivalien der schweizerischen Frauenorganisationen der letzten hundert Jahre, insbesondere über deren Arbeit auf den Gebieten Politik, Recht, Bildung, Volkswirtschaft, Familien- und Sozialpolitik, Landesverteidigung und Frauenstimm- und Wahlrecht. Lebhaft und voller Begeisterung erläuterte Verena Müller den Anwesenden an Hand von diverses Anekdoten, wie wichtig, aber auch wie aufwändig es ist, Informationen über die Geschichte der Frauenbewegung zu sammeln, zu erhalten und zu erschliessen. Sie brach eine Lanze für die „Emanzen“ - ihnen sei es zum Beispiel zu verdanken, dass Frauen heute ein Anrecht auf ein gleich grosses Erbteil hätten, wie ihre Brüder. Oder dass Mädchen heute nicht mehr schon mit 12 Jahren ins Heiratsalter kommen. Dass eine Frau heute ihr Bürgerrecht nicht mehr verliert, wenn sie einen Ausländer heiratet, ist ebenfalls ein Verdienst der Frauen. Noch im zweiten Weltkrieg hatte dieser Umstand viele tragische Folgen. Wer erinnert sich in dreissig Jahren noch daran, wie mühselig die Frauen früher die Wäsche waschen mussten? Wie sich die Mädchen während ihres Pflichtjahres im Welschland gefühlt haben. Wie gekocht und gebacken wurde? Handschriftliche Zeugnisse, die bei der Wohnungsräumung von verstorbenen Angehörigen gefunden werden, sollten nie entsorgt, sondern einem Archiv vermacht werden. Für die Unterstützung dieses berühmten Frauenarchivs wurde aus dem Erlös der Brockenstube Geld für vier „Laufmeter“ gespendet. Ehrungen Leider konnte die älteste Jubilarin, Fnicht an der GV teilnehmen. Seit 61 Jahren ist sie im Frauenverein. Vreni Wirth gratulierte ihr und allen anderen Jubilarinnen von Herzen.
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21.01.2012/Bni |